| Kühl, Axel Werner (Pastor) |
| 1859-2001 |
Axel Werner Kühl wurde am 2. Mai 1893 als jüngster Sohn von sieben Geschwistern in Altona geboren. 1911 schloss er das Gymnasium Christianeum in Altona ab und studierte anschließend evangelische Theologie in Halle-Wittenberg, Göttingen und Kiel. 1914 unterbrach er sein Studium und meldete er sich freiwillig als Kriegsteilnehmer bei einem Feldartillerieregiment. 1919 bestand er die 1. Theologische Prüfung und besuchte 1919-1920 das Predigerseminar in Preetz. Die 2. Theologische Prüfung bestand er 1920. Als Hilfsgeistlicher arbeitete er zunächst in den Kirchengemeinden Rendsburg-Neuwerk und Westerland/Sylt. Im November 1920 erfolgte seine Ordination in der St.Ansgar-Kirche in Kiel. 1921 wird Kühl Pastor in der Kirchengemeinde Nusse; 1928 wechselte er nach St. Jakobi Lübeck. Seit 1932 ist er als Bruder Mitglied in der Michaelsbruderschaft. 1930 bis 1935 übernahm er das Kurpfarramt in Tenigerbad (Schweiz). Während des Kirchenkampfs war er seit 1932 Sprecher des Bruderrats der Bekennenden Kirche in Lübeck. Er wurde 1936 aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lübeck entlassen und 1937 für einige aus dem Staatsgebiet der Hansestadt Lübeck verbannt. 1937 endete seine Verbannung und Kühl wurde als Pastor wieder eingesetzt. 1940 erhielt er den Einberufungsbefehl, der ihn zunächst nach Lüneburg, dann nach Frankreich und Polen führte. 1941 wurde er zum Hauptmann befördert. 1942 wurde er dem Feldartillerieregiment in Verden (Aller) zugeteilt. Axel Werner Kühl war seit 1921 mit Magda Kühl verheiratet und hatte mit ihr fünf Kinder. Er starb am 6. Juni 1944 durch Suizid in der Garnison in Verden (Aller). |
a. Archivische Beaerbeitung Der Bestand wurde 2017 von Julia Brüdegam mit der Archivsoftware AUGIAS 8.3 erschlossen. Die Klassifikation wurde eigens für den Bestand entworfen. Sie orientiert sich im Wesentlichen an den Lebensstationen Axel Werner Kühls, bildet aber auch seine umfangreichen Korrespondenzen und vielfältigen Interessen ab.
b. Bestandsgeschichte Der Bestand umfasst Archivgut mehrerer Provenienzen. Im Zuge der Arbeiten an der Veröffentlichung über seinen Großvater sichtete Dr. Bertram Schmidt zahlreiche Unterlagen aus dem Nachlass Axel Werner Kühls und weiterer Familienangehöriger. Im Zuge dieser Sichtungsarbeiten ordnete Dr. Schmidt das Archiv in einen Nachlass (alte Archivsignatur „AWK xx) und ein Familienarchiv (alte Archivsignatur „F xx). Diese Ordnung war die Grundlage für die archivische Erschließung im Landeskirchlichen Archiv Kiel. Im Jahr 2013 (sowie Nachträge im Jahr 2017) übergab Herr Dr. Bertram Schmidt den Nachlass als Depositum an das Landeskirchliche Archiv Kiel. Das Archivgut besteht v.a. aus Briefwechseln mit Freunden und Familienmitgliedern, Tagebüchern und Erinnerungen, Predigtmanuskripten sowie Manuskripten und Typoskripten zu Vorträgen und Veröffentlichungen. Hervorzuheben sind zum einen die Tagebücher aus den Weltkriegen, die sich unter Klassifikationsgruppe 4 „Tagebücher und Erinnerungen befinden. Zum anderen ist das Archivgut zur Mitgliedschaft in der Bekennenden Kirche Lübecks überliefert, dessen Sprecher Axel Werner Kühl war (Klassifikationsgruppe 26). Auch seine rege Publikationstätigkeit ist in dem Nachlass überliefert. Axel Werner Kühl war zunächst deutschnational eingestellt und engagiert (z.B. Jungdeutscher Orden, vgl. LKANK Kühl, Axel Werner, Nr. 342). Später war er Mitglied in der Michaelsbruderschaft. Dies findet seinen Niederschlag im Nachlass unter der Klassifikationsgruppe 25). Eine Entschlüsselungshilfe zur Engschrift Axel Werner Kühls ist unter der Archivsignatur Nr. 58 zu finden. Der Bestand umfasst auch Archivgut über die Lebensdaten Axel Werner Kühls hinaus. Der Überlieferungsschwerpunkt liegt allerdings auf dem Zeitraum 1914 bis 1944. Unterlagen, die vor oder nach Axel Werner Kühls Leben entstanden sind, erklären sich aus der Tatsache, dass der Nachlass mit Unterlagen aus der (erweiterten) Familie und von Freunden angereichert wurde. So ist z.B. die Trauerpost nach dem Tode Axel Werner Kühls erhalten geblieben, ebenso wie Nachrufe u.Ä. zum Jahrestag des Todes Axel Werner Kühls.
3. Hinweise auf andere Bestände; Literaturangaben
a. Hinweise auf andere Bestände LKANK, 13.11, Personalakten der Pastoren (Lübeck) LKANK, 64.06, Kirchenkampf in Lübeck
b. Literaturangaben Buss, Hansjörg: „Entjudete Kirche. Die Lübecker Landeskirche zwischen christlichem Antijudaismus und völkischem Antisemitismus (1918-1950), Paderborn 2011 Schmidt, Bertram: Der Lübecker Bekenntnispastor Axel Werner Kühl (1893-1944). Eine politische Biografie, Lübeck 2013 Riemer, Matthias: Ein Lübecker Pastorenschicksal in der Zeit des Nationalsozialismus. Axel Werner Kühl (1893-1944), in: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte, Band 93 (2013), S. 365-375. |
Aufbewahrungsort: Landeskirchliches Archiv Kiel
Zitierweise: Der Bestand ist bei Veröffentlichungen wie folgt zu zitieren: a) Bei Erstnennung des Bestandes volle Zitierform: Landeskirchliches Archiv der Nordkirche, Kühl, Axel Werner (Pastor), Nr. x. b) Bei weiteren Zitaten abgekürzte Zitierform: LKANK, Kühl, Axel Werner, Nr. x.
Bitte beachten Sie die Hinweise zur Benutzung! |
Buss, Hansjörg: „Entjudete“ Kirche. Die Lübecker Landeskirche zwischen christlichem Antijudaismus und völkischem Antisemitismus (1918-1950), Paderborn 2011 Schmidt, Bertram: Der Lübecker Bekenntnispastor Axel Werner Kühl (1893-1944). Eine politische Biografie, Lübeck 2013 Riemer, Matthias: Ein Lübecker Pastorenschicksal in der Zeit des Nationalsozialismus. Axel Werner Kühl (1893-1944). In: Zeitschrift für Lübeckische Geschichte, Bd. 93 (2013), S. 365-375. |