| Albrecht, Edmund (Pastor, Leiter der Mecklenburgischen Sippenkanzlei) |
| 1910-1938, [1952-1967] |
Edmund Heinrich Friedrich Albrecht wurde am 7.9.1889 in Ricklingen, Krs. Linden (Hannover) geboren. Er studierte Theologie in Göttingen. Er wurde 1912 Hauslehrer in Ahrensbök bei Cambs. Er diente als Freiwilliger von 1914 bis 1919 im Krieg. 1917 konnte er die 1. theologische Prüfung bestehen. Nach seiner Ordination 1920 verwaltete er die Pfarre Rostock-Gehlsdorf. 1924 übernahm er die Stelle eines hauptamtlichen Direktors des Ev. Preßverbands Mecklenburg in Schwerin. 1927 übernahm er die Pfarrstelle in Zittow. 1933 trat er dem Bund nationalsozialistischer Pastoren und der Glaubensbewegung Deutscher Christen bei. Im gleichen Jahr wurde er zum ehrenamtlichen Mitarbeiter mit Sitz und Stimme im Oberkirchenrat der Landeskirche Mecklenburg-Schwerin berufen. Auf das Amt verzichtete er Anfang 1934 nach internen Querelen. Im April 1934 wurde er Leiter der Kirchenbuchabteilung des Oberkirchenrats. Oktober 1934 wurde er zum Kirchenregierungsrat ernannt. Er betrieb gegen Widerstände in Partei, Staat und Kirche die Umwandlung in eine "Mecklenburgische Sippenkanzlei", die 1935 erfolgte. 1936 wurde er zum Landeskirchenarchivar bestellt, 1937 mit dem Titel eines Konsistorialrats. Im gleichen Jahr wurde er zum Sonderbeauftragten des Landesbischofs ernannt mit dem Geschäftsbereich der Kirchensteuerämter, des Kirchenarchivamtes und der DC-Geschäftsstelle. Außerdem wurde er zum Referenten für den Geschäftsbetrieb im Oberkirchenrat bestellt. Er übernahm außerdem die Landeskirchliche Nachrichtenstelle, die Schriftleitung des Sonntagsblatts "Des deutschen Volkes Kirche" und der Zeitschrift "Der Sippenforscher in Mecklenburg". Er veröffentlichte mit Staatsarchivrat Endler das Handbuch "Mecklenburgs familiengeschichtliche Quellen". Nach einer verheerenden Kassenprüfung in der Sippenkanzlei wurden sämtliche Berufungen und Bestallungen 1938 widerrufen. Albrecht schied aus dem krichlichen Dienst aus und wurde 1939 in den Ruhestand versetzt. 1944 bis 1945 versah er kommissarisch den Pfarrdienst in Fürstenberg und Sülstorf. 1946 wurde Albrecht vom NKWD verhaftet und in Neubrandenburg-Fünfeichen und Buchenwald interniert. 1950 wurde er in Waldheim wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 15 Jahren Zuchthaus und Berufsverbot verurteilt. Aufgrund einer Amnestie kam er 1952 frei und zog nach Hildesheim. Dort wurde er nicht in den Dienst der Landeskirche übernommen und unterrichtete in einer Anstalt Kinder. Er starb am 9.4.1967 in Hildesheim |
a. Archivische Bearbeitung Der Bestand wurde 2004 erschlossen.
b. Bestandsgeschichte Der Zeitpunkt der Übernahme ist unbekannt. Die Archivguteinheit Nr. 9 wurde 2012 vom Landeskirchlichen Archiv Berlin übernommen. Der Bestand umfasst persönliche Aufzeichnungen und Manuskripte v.a. aus seiner Betätigung im kirchlichen Pressewesen.
3. Hinweise auf andere Bestände; Literaturangaben
a. Hinweise auf andere Bestände LKANK, 10.03.00, Mecklenburgische Sippenkanzlei
b. Literaturangaben Wurm, Johann Peter: Vom Rohstoff Kirchenbücher zum Veredelungsprodukt deutschblütiger Volksaufbau. Pastor Edmund Albrecht und die Mecklenburgische Sippenkanzlei (1934-1945). In: Gailus, Manfred (Hrsg.): Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im 'Dritten Reich'. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2008, S. 48-81. Willgeroth, Gustav: Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege. Mit Anmerkungen über die früheren Pastoren seit der Reformation. Wismar 1924, S. 176. |
Aufbewahrungsort: Landeskirchliches Archiv Außenstelle Schwerin
Zitierweise: Der Bestand ist bei Veröffentlichungen wie folgt zu zitieren: a) Bei Erstnennung des Bestandes volle Zitierform: Landeskirchliches Archiv der Nordkirche, Albrecht, Edmund (Leiter der Mecklenburgischen Sippenkanzlei), Nr. x. b) Bei weiteren Zitaten abgekürzte Zitierform: LKANK, Albrecht, Edmund, Nr. x.
Bitte beachten Sie die Hinweise zur Benutzung! |
Wurm, Johann Peter: Vom “Rohstoff” Kirchenbücher zum “Veredelungsprodukt” deutschblütiger Volksaufbau”. Pastor Edmund Albrecht und die Mecklenburgische Sippenkanzlei (1934-1945). In: Gailus, Manfred (Hrsg.): Kirchliche Amtshilfe. Die Kirche und die Judenverfolgung im 'Dritten Reich', Göttingen 2008, S. 48-81. Willgeroth, Gustav: Die Mecklenburg-Schwerinschen Pfarren seit dem dreißigjährigen Kriege. Mit Anmerkungen über die früheren Pastoren seit der Reformation, Wismar 1924, S. 176. |