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Landeskirchliches Archiv der Nordkirche

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Archiv Landeskirchliches Archiv Nordkirche
Name: 5, Wester, Reinhard (Bischof)
Laufzeit: 1907-2008
Geschichte: Reinhard Wester wurde am 2.6.1902 in Wuppertal-Elberfeld geboren. Da sein Vater in Breklum ein Geschäft übernahm, zog die Familie 1909 dorthin. Nach dem Abitur in Husum studierte er Theologie in Tübingen, Rostock, Bethel und Kiel von 1923 - 1927. Er wurde 1929 in Kiel ordiniert. Im Anschluss war er Jugendpastor in Kiel, bis er 1932 zum Pastor in Westerland berufen wurde.
Er war Mitbegründer des „Bruderkreises junger Theologen 1929. Ab 1934 war er Vorsitzender des Landesbruderrates der Bekennenden Kirche (BK) und spielte neben Halfmann eine der prägenden Rollen im Kirchenkampf in Schleswig-Holstein. Von 1942 - 1945 war er zum Kriegsdienst eingezogen und geriet in Kriegsgefangenschaft. Er war in Lagern in Italien und Ägypten interniert. In Ägypten wurde er Lagerpfarrer. Nach seiner Rückkehr Januar 1947 wurde er 1947 zum Bischof für Schleswig gewählt. 1964 wurde er nach dem Tod von Wilhelm Halfmann zum Vorsitzenden der Kirchenleitung gewählt.
1948 wurde er Bevollmächtigter für den Diakonischen Dienst der Landeskirche, 1957 zum Beauftragten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für Umsiedler und Vertriebene ernannt (bis 1965).
Er erhielt 1951 die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Kiel. 1960 war er für ein Jahr Mitglied des rats der Evangelischen Kirche in Deutschland.
Er wurde 1967 emeritiert. Er starb am 16.6.1975 in Eutin.
Bestandsgeschichte: 2a. Archivische Bearbeitung
Eine erste Erschließung erfolgte im Auftrag von Bischof Wester 1967-1968 durch Pastor Günter Berthold. Berthold vergab keine eigentliche Signatur, sondern nummerierte nach den Kartons, weiter gegliedert in einzelne Mappen. Das Ergebnis wurde unter der Bezeichnung 'Repertorium des Archivs der Bekennenden Kirche Schleswig-Holsteins' (Wester Nr. 808-809) maschinenschriftlich festgehalten. Darum wurde der Nachlass oft als 'BK-Archiv' zitiert. Etwa 1991 wurden die einzelnen Faszikel neu nummeriert, ohne die Reihenfolge zu zerstören. In der Folge wurden mehrere Nachträge aus der Familie abgegeben und als Nachträge verzeichnet. Durch die vielen relativ kleinen Nachträge war die Struktur unsystematisch fort entwickelt.

Daher wurde der Bestand 2002 von Hansjörg Buss vollständig neu erschlossen und neu klassifiziert (Nr. 1-544). Die inhaltliche Zuordnung der Schriftstücke zu den einzelnen Aktenummern wurde dabei so gut wie nicht verändert, obwohl das gelegentlich angebracht gewesen wäre; es wurde lediglich eine bessere inhaltliche Erfassung der Aktentitel angestrebt. Die Nummerierung wurde leicht geändert. Die im Findbuch von G. Berthold angewandte Aktensignatur wurde im Findbuch unter 'alte Archivsignatur' mit der Bezeichnung 'Karton x' erfasst. Die von K. Reumann verwandte Signatur wie z.B. "98.40, ABK, Nr. 2, Lage 5" bezieht sich auf diese Gliederung. Die Identifizierung der heutigen Signatur muss anhand des von Berthold angelegten Findbuchs erfolgen, in Nr. 809 sind die 1993 vergebenen Signaturen eingetragen.
Es ließ sich keine Struktur ermitteln, die während der Entstehungszeit des Schriftguts zugrunde gelegt wurde. Bei der Neuerschließung wurde eine neue Klassifikation entwickelt, die sich an der vorgefundenen Gliederung orientierte, aber feiner differenzierte.
Es wurden keine Kassationen vorgenommen.

Ein größerer Nachtrag wurde 2008 von Anke Hönnig eingearbeitet (Nr. 545-799), im Anschluss ein neues Findbuch erstellt. Kleinere Nachträge wurden 2016-2023 von Ulrich Stenzel, Sarah Orland und Benjamin Hein (Nr. 800-822) eingearbeitet.

Der Bestand wurde 2024 von Ulrich Stenzel grundlegend revidiert und eine Ergänzungserschließung eingearbeitet, die mit frei gewordenen Signaturen belegt wurden. Der Verweis auf die frühere Gliederung nach Kartons im Feld 'alte Archivsignatur' wurde gelöscht, da er nicht mehr hilfreich ist. Die Konkordanz kann bei Bedarf im LKANK angefragt werden. Der Verweis auf die frühe Nummerierung für die Archivguteinheiten bis Nr. 546 wurde beibehalten. Es wurden Nachkassationen von Archivguteinheiten vorgenommen, die v.a. gemischte Zeitungsausschnitte, Schriften und Bücher zu theologischen und geschichtlichen Themen außerhalb des schleswig-holsteinischen Horizonts und Mehrfachüberlieferungen enthielten. Dadurch hat sich der Umfang auf 723 Archivguteinheiten reduziert.
Die Aktentitel wurden grundlegend überarbeitet, um den Inhalt und weniger die formale Eigenschaft als Korrespondenzakte herauszustellen. Auch wurde eine neue Klassifikation erstellt, die den dualen Charakter als einerseits Archiv der Bekennenden Kirche in Schleswig-Holstein und andererseits als privaten Nachlass betont.

b. Bestandsgeschichte
Bischof Wester hatte noch zu seinen Lebzeiten begonnen, das bei ihm entstandene bzw. von ihm gesammelte Schriftgut aus der Zeit des Kirchenkampfes zu ordnen und zu bearbeiten. Offenbar begann er bereits in den 1930er Jahren mit der Sicherung von Schriftgut (vgl. Notiz von Halfmann, Nr. 87). Die Sammelarbeit wurde in den 1960er Jahren forciert (vgl. Nr. 397). Daher enthält der Bestand Unterlagen aus sehr vielen verschiedenen Provenienzen, insbesondere der anderen Pastoren in der BK, aber auch aus Akten des Landeskirchenamtes sowie der Deutschen Christen (DC). Die Provenienzen wurden soweit möglich angegeben.

Nach dem Tod von Reinhard Wester kam es zu längeren Auseinandersetzungen über das Eigentumsrecht an diesem Archiv. Es bestand seinerzeit hauptsächlich aus Unterlagen zum Kirchenkampf. Die Entscheidung über das Eigentum war kaum zu lösen, da die Provenienzen bunt gemischt waren. 1984 wurde ein Depositalvertrag zwischen der Nordelbischen Kirche und der Familie Heubach/Wester geschlossen. Nach Ablauf einer Frist von 30 Jahren ging der Bestand 2014 in das Eigentum der Ev.-Luth. Kirche in Norddeutschland über.
In den Jahren 2022 und 2023 wurden kleinere Nachträge an das Archiv abgegeben.
Bemerkung: Aufbewahrungsort: Landeskirchliches Archiv Kiel

Zitierweise:
Der Bestand ist bei Veröffentlichungen wie folgt zu zitieren:
a) Bei Erstnennung des Bestandes volle Zitierform: Landeskirchliches Archiv der Nordkirche, 5, Wester, Reinhard (Bischof), Nr. x.
b) Bei weiteren Zitaten abgekürzte Zitierform: LKANK, Wester, Reinhard Nr. x.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Benutzung!
Literatur: Jürgensen, Kurt: Die Stunde der Kirche. Die Ev.-Luth. Landeskirche Schleswig-Holsteins in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, Neumünster 1976.
Reumann, Klauspeter: Der Kirchenkampf in Schleswig-Holstein 1933 - 1945. In: Blaschke, Klaus (Bearb.): Kirche zwischen Selbstbehauptung und Fremdbestimmung, Schriften des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte, Reihe 1, Bd. 31 (1998).
https://pastorenverzeichnis.de/person/heinrich-reinhard-wester/ abgerufen am 9.8.2024)
Archiv: Landeskirchliches Archiv Nordkirche
Verweis: 16.12 Bischof für Schleswig (Nordelbien)
Verweis: 5, Halfmann, Wilhelm (Bischof)