Schwerhörigenseelsorge in Hamburg begann im Jahre 1912 mit zwei Initiativen zur Gründung von Schwerhörigenvereinen. Der „Hephata-Verein war eine Tochtergründung des gleichnamigen Berliner Vereins mit dem Ziel, evangelische Gottesdienste für Schwerhörige einzurichten. Er schloß sich der Irisch-Presbyterianischen Jerusalemgemeinde am Schäferkamp an. Der zweite Verein geht auf den Gründer der Hamburger Schwerhörigenschule, Wilhelm Fehling, zurück. Er strebte über die Schule hinaus die Fortbildung der schwerhörigen Jugend und den Aufbau einer Schwerhörigen-Fürsorge an. Ergänzend dazu veranlasste er die Hamburger Landeskirche zum Abhalten eigener Schwerhörigengottesdienste. Diese sollten auch Personen erreichen, die keinem Schwerhörigenverein angehörten. Alles Gottesdienste wurden ohne besondere Beauftragung von evangelischen Pastoren gehalten.
1933 wurden die beiden Vereine gleichgeschaltet. Die geistliche Versorgung wurde durch regelmäßige Bibelstunden - z.T. mit Abendmahl - weitergeführt. Auf Betreiben der Schwerhörigenschule wurde vermutlich schon Ende des Ersten Weltkrieges Konfirmandenunterricht im Schulgebäude erteilt. Die Kandidaten und Pastoren arbeiteten im Nebenamt, jedoch im Auftrage der Landeskirche.
Die Doppelstruktur blieb über das Ende des Zweiten Weltkrieges hinaus erhalten. Seit den späten 50er Jahren wurden Stimmen laut, die eine volle Pfarrstelle für alle in Hamburg anfallenden schwerhörigen-seelsorgerlichen Aufgaben forderten. Dazu gehörte auch die Beratung von Kirchengemeinden, die zunehmend Höranlagen in ihre Kirchen einbauten. Diese Pfarrstelle wurde 1969 eingerichtet. Einige ihrer Aufgaben wurden nach Gründung der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche auf die gesamte neu gebildete Kirche ausgedehnt. |
a. Archivische Bearbeitung Im März 2007 wurde es von der Praktikantin Jana Müller-Siegwardt verzeichnet. Es umfasst 34 Archivalieneinheiten mit einem Umfang von knapp 2 lfd.m. Auf eine Klassifikation wurde angesichts des geringen Umfangs verzichtet und die Einträge nur chronologisch geordnet.
b. Bestandsgeschichte Das vorliegende Schriftgut stammt nur aus der jahrelangen Arbeit von Pastor Dr. Dietfried Gewalt in der Schwerhörigenseelsorge. Pastor Dr. Gewalt hatte diese Stelle als einziger im Raum Hamburg von 1969 bis 2004 inne. Da es keine besondere Gemeinde für Schwerhörige gab und gibt, behandelt das Schriftgut mehr allgemeine Aspekte zur Arbeit mit Schwerhörigen. Es wurde in zwei Ablieferungen im Oktober 2000 und Januar 2004 übernommen. Ein Teil des Schriftguts, das die Arbeit im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft für evangelische Schwerhörigenseelsorge e.V. (AFESS) betrifft, hatte Pastor Dr. Gewalt an die Geschäftsstelle der AFESS abgegeben.
3. Hinweise auf andere Bestände; Literaturangaben
a. Hinweise auf andere Bestände LKANK, 31.1.27, Evangelische Gehörlosenseelsorge im Hamburger Raum (Nordelbien) LKANK, 31.1.28, Konvent der Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorger (Nordelbien)
b. Literaturangaben Gewalt, Dietfried, Evangelische Schwerhörigenseelsorge in Hamburg bis zum Zweiten Weltkrieg (= Schriftenreihe des Archivs des Kirchenkreises Alt-Hamburg, Bd. 37). Hamburg 2007 |