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    Nachlass Petersen, Hans-Egon Nicolai

    Vollansicht Bestand

    Archiv Landeskirchliches Archiv Nordkirche
    Name: Nachlass Petersen, Hans-Egon Nicolai
    Laufzeit: 1925-1982
    Geschichte: Hans-Egon Nicolai Petersen wurde am 17.9.1921 in Tingleff (Dänemark) geboren. Er war seit dem 24.3.1944 verheiratet mit Jette Andrea geb. List und hatte 5 Kinder. Nach dem Besuch der Schule in Tondern studierte er Theologie an den Universitäten von Kopenhagen, Halle und Tübingen. Im Spätsommer 1943 war er Vikar bei Pastor Gottfried Horstmann im Pfarrbezirk Broacker, bevor er sein Studium im Mai 1944 mit der theologischen Notprüfung an der Martin Luther-Universität in Halle-Wittenberg abschloss.

    Danach meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe und geriet im November 1944 bei Aachen in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Herbst 1945 entlassen wurde. Zurück in Dänemark wurde er aufgrund seiner Kriegsteilnahme für ein Jahr (bis April 1947) inhaftiert und verlor für fünf Jahre seine bürgerlichen Ehrenrechte.

    Da man ihm dänischerseits keine Ausreisegenehmigung gewährte, war eine Weiterführung des Vorbereitungsdienstes (Lehrvikariat) in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins unmöglich. Dennoch beschloss die Nordschleswigsche Gemeinde am 11.10.1947, ihn als Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde zu berufen. In Tingleff absolvierte er am 15.10.1948 anstelle des 2. theologischen Examens im Beisein des Bischofs für Schleswig, Reinhard Wester, ein Kolloquium. Zwei Tage später wurde er in einem Gemeindegottesdienst ordiniert und als erster Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde eingeführt. Auch die dänischen Bischöfe und das Kirchenministerium akzeptierten seinen Dienst, verweigerten anfangs jedoch die Nutzung kirchlicher Räume.

    Bis 1956 verwaltete Hans-Egon Petersen sein Amt von Lügumkloster aus, bevor er dann ab 1957 den Pfarrbezirk Buhrkall-Rapstedt verwaltete. Am 14.8.1960 wurde er zum Propst von Südtondern und Pastor in Leck berufen, bis er 1972 von diesem Amt aus Gesundheitsgründen zurücktreten musste. Nachdem er am 1.1.1973 in den Ruhestand getreten war, verwaltete er danach bis zum 31.12.1979 die deutsche Pfarrstelle der dänischen Volkskirche in Sonderburg. Die letzte Station seines Lebensweges war die Vakanzvertretung in Aventoft, die er bis zu seinem Tode am 8.1.1982 innehatte.


    Bestandsgeschichte: a. Archivische Bearbeitung
    Der Bestand wurde 1997 von Stefan Valkyser mit dem Archivinformationssystem AUGIAS 8.2 erschlossen.

    b. Bestandsgeschichte
    Der Zeitpunkt der Übergabe an das Kirchenkontor ist nicht bekannt. Der Bestand wurde stets im Kontor der Nordschleswigschen Gemeinde verwahrt und nur für die Erschließung nach Kiel transportiert.
    Von besonderer Bedeutung ist dieser Bestand für die Geschichte der Nordschleswigschen Gemeinde der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, da Hans-Egon Petersen als Pastor unmittelbar am Wiederaufbau der Nordschleswigschen Gemeinde nach 1945 beteiligt war. Der Bestand erlaubt nicht nur Einblicke in die Verhandlungen mit dem dänischen Staat - vor allem betreffend der Rückzahlungsforderung (Verstoß gegen das Värnemager-Gesetz) -, sondern auch in das langsame Wiederaufleben der deutschsprachigen, kirchlichen Versorgung in Nordschleswig. Zudem enthält er manche Information zur Arbeit der Nordschleswigschen Gemeinde während der Zeit des Dritten Reiches (1933-1945), sowie umfangreiches Material zur allgemeinen Grenzlandsituation in der Nachkriegszeit.


    3. Hinweise auf andere Bestände; Literaturangaben

    a. Hinweise auf andere Bestände
    Kirchengemeinde Nordschleswigsche Gemeinde

    b. Literaturangaben
    vgl. Literatur zum Bestand Kirchengemeinde Nordsschleswigsche Gemeinde
    Archiv: Landeskirchliches Archiv Nordkirche
    Verweis: Kirchengemeinde Nordschleswigsche Gemeinde
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