Hans-Egon Nicolai Petersen wurde am 17.9.1921 in Tingleff (Dänemark) geboren. Er war seit dem 24.3.1944 verheiratet mit Jette Andrea geb. List und hatte 5 Kinder. Nach dem Besuch der Schule in Tondern studierte er Theologie an den Universitäten von Kopenhagen, Halle und Tübingen. Im Spätsommer 1943 war er Vikar bei Pastor Gottfried Horstmann im Pfarrbezirk Broacker, bevor er sein Studium im Mai 1944 mit der theologischen Notprüfung an der Martin Luther-Universität in Halle-Wittenberg abschloss.
Danach meldete er sich freiwillig zur Luftwaffe und geriet im November 1944 bei Aachen in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er im Herbst 1945 entlassen wurde. Zurück in Dänemark wurde er aufgrund seiner Kriegsteilnahme für ein Jahr (bis April 1947) inhaftiert und verlor für fünf Jahre seine bürgerlichen Ehrenrechte.
Da man ihm dänischerseits keine Ausreisegenehmigung gewährte, war eine Weiterführung des Vorbereitungsdienstes (Lehrvikariat) in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Schleswig-Holsteins unmöglich. Dennoch beschloss die Nordschleswigsche Gemeinde am 11.10.1947, ihn als Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde zu berufen. In Tingleff absolvierte er am 15.10.1948 anstelle des 2. theologischen Examens im Beisein des Bischofs für Schleswig, Reinhard Wester, ein Kolloquium. Zwei Tage später wurde er in einem Gemeindegottesdienst ordiniert und als erster Pastor der Nordschleswigschen Gemeinde eingeführt. Auch die dänischen Bischöfe und das Kirchenministerium akzeptierten seinen Dienst, verweigerten anfangs jedoch die Nutzung kirchlicher Räume.
Bis 1956 verwaltete Hans-Egon Petersen sein Amt von Lügumkloster aus, bevor er dann ab 1957 den Pfarrbezirk Buhrkall-Rapstedt verwaltete. Am 14.8.1960 wurde er zum Propst von Südtondern und Pastor in Leck berufen, bis er 1972 von diesem Amt aus Gesundheitsgründen zurücktreten musste. Nachdem er am 1.1.1973 in den Ruhestand getreten war, verwaltete er danach bis zum 31.12.1979 die deutsche Pfarrstelle der dänischen Volkskirche in Sonderburg. Die letzte Station seines Lebensweges war die Vakanzvertretung in Aventoft, die er bis zu seinem Tode am 8.1.1982 innehatte.
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